Starkes Plädoyer für Bildungsgerechtigkeit

„Wir brauchen in den Schulen Reformen“, bekräftigte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, auf einer Gemeinschaftsveranstaltung der FDP-Ortsverbände LE und Filderstadt. „Aber was wir aktuell sehen, gleicht eher einer Revolution denn einer Reform.“ Für die größte Todsünde hält er aus der Rückschau die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung. Nicht nur, dass die Sitzenbleiberquote an Realschulen um 500%, an Gymnasien um 200% gestiegen ist, obwohl gerade BW zuvor die niedrigste Schulabbrecher- und Sitzenbleiberquote bundesweit hatte. Auch hat die Wanderung hin zu den Realschulen zum Ausbluten der Haupt- und Werkrealschulen geführt, trotz ihrer guten Leistung und nachweislich hervorragender Arbeit. Genau diese Entwicklung hat sich auch in Filderstadt abgespielt.

Dr. Timm Kern, stellv. Fraktionsvorsitzender, Parlamentarischer Geschäftsführer und Bildungspolitischer Sprecher der FDP/DVP Landtagsfraktio

Der Gemeinschaftsschule steht Kern grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Allerdings müsse sich erst beweisen, dass sich ihr Lernkonzept in der Praxis tatsächlich bewährt. Dieser Beweis fehlt in jeder Hinsicht. Bisher seien erst 15 Realschulen sowie 300 kleine und kleinste Werkrealschulen auf dem Weg zum gemeinsamen Lernen, keine Gymnasien. Sie müssten abgeschafft werden, wenn nach den Vorstellungen von Grün-Rot die „Schule für alle“ sich durchsetzen sollte.
Forderungen:
+ ein unterschiedliches Schulwesen bewahren
+ Bewährtes nicht einfach über Bord werfen
+ berufliche Gymnasien weiter ausbauen
+ Verantwortung für Bildungsstrukturfragen auf die Kommunen oder die Landkreisebene verlagern
+ Gemeinschaftsschulen nicht zu Zwangsganztagsschulen machen, sondern die Wahlfreiheit erhalten
+ Förderschul- und Sonderschulwesen nicht in die Gemeinschaftsschule zu integrieren.