Nein, “Der Bärensee”, der Stuttgart mit Trinkwasser versorgt ist nicht gemeint, sondern unser kleiner verträumter Filderstädter Bärensee, welcher zur Vermeidung von doch häufig vorkommenden Kommunikationsproblemen einen offiziellen individuellen Namen, wie z.B. Mini-Bärensee,  Mühlental-Bärensee oder etwas Netteres verdient hätte.

Tatsache ist, dass es unserem Bärensee nicht gut geht, d.h. der Sauerstoffgehalt ist so weit gesunken, dass schon wenig unter der Wasseroberfläche kein Leben mehr stattfinden kann. Bei einem informativen Treffen vor Ort mit Herrn Weissert, dem Vertreter der Pächter des Sees (Anglergruppe Bärensee e.V.), durfte die FDP-Fraktion Einblick in den aktuellen Zustand des Sees nehmen. Über den Winter wurde der See zum Teil abgelassen, so dass der vergärende Schlamm im Randbereich austrocknen konnte. Jedoch reiche diese Maßnahme nachhaltig nicht aus. Es müsste auch der hintere tiefe Teil des Sees vom Schwefelwasserstoff bildenden  Fäulnisschlamm ausgebaggert werden (beim vorderen Teil war das schon vor Jahren geschehen), um die effektive Wassermenge zu erhöhen und die Verlandung zu verhindern. Sauerstoffmessungen und Bodenproben haben gezeigt, dass bei der Aushebung des Bodenschlamms KEINE am Boden lebende Kleintiere, Amphibien oder Weichtiere zerstört werden, da sie dort ohne Sauerstoff sowieso nicht mehr leben können. Ein vernünftiges Verhältnis zwischen der naturgeschützten Gelben Seerose, die ihren Sauerstoff vorwiegend an die Atmosphäre abgibt, und mehrjährigen Unterwasserpflanzen, die ihren Sauerstoff direkt ins Wasser abgeben und dabei Unterwasserlebensraum für Kleintiere bieten, sorgen dann zukünftig für die Erholung unseres Naturdenkmals und seinen dauerhaft stabilen Bestand.

Wir bedanken uns für das außerordentliche ehrenamtliche Engagement der Pächter, welche sich seit Jahren durch Einholung von Gutachten, Gesprächen mit Behörden, eigener Handanlegung bei der Pflege des Sees und des Ufers, regelmäßigen Sauerstoffmessungen und Vielem mehr zuverlässig um den Bärensee kümmern. Bei einer Aushebung des Schlamms, der Entsorgung eines Teils der Seerosen oder der Neubepflanzung würden sie auch zukünftig der Stadt gerne ihre Hilfe anbieten.

Als FDP- Fraktion begrüßen wir den Erhalt dieses Kleinods als See, der, künstlich angelegt, verdient hat, nicht zu vermodern, sondern Fischen, Enten, Reihern und insbesondere auch den Bürgern Filderstadts einen ökologisch intakten nachhaltigen Lebensraum zu bieten. Ein idyllischer kleiner See als Ausflugsziel zur Erholung ist sicherlich auch zukünftig ein Mehrwert Filderstadts.

 

Text: J. Clement-Schmid 

Bild:: Jutta Clement-Schmid