Wir fragen uns, wo die Filderstädter Bürgerinnen und Bürger von morgen wohnen sollen und wo sie ihr Geld verdienen werden? Wahrscheinlich überall nur nicht in Filderstadt, denn hier gibt es leider viel zu wenig Entwicklungspotential. Das ist zumindest das Ergebnis der vergangenen Gemeinderatssitzung, in der der neue Entwurf des Flächennutzungsplans beschlossen wurde. Denn den Flächenbedarfen von 57,3 Hektar für Wohnen und 51,2 Hektar für Gewerbe bis zum Jahr 2035 stehen gerade mal 15,3 Hektar beziehungsweise 23,1 Hektar ausgewiesener Fläche entgegen. Das heißt, Filderstadt kann seine Bedarfe bei Weitem nicht decken. Daher haben wir gemeinsam mit der SPD-Fraktion einen Antrag eingebracht, zumindest 15,8 Hektar weiterer Gewerbefläche in Bonlanden in der Nähe von Hugo Boss sowie insgesamt 7,7 Hektar zusätzliche Wohnbaufläche verteilt auf Bonlanden und Bernhausen in den Flächennutzungsplan mit aufzunehmen. Um denjenigen, die Sorge haben, dass gleich alle dieser Flächen versiegelt wären, entgegen zu kommen, haben wir zudem eine Vorbehaltsklausel beantragt, dass vor der Verwertung dieser zusätzlichen Flächen, nochmals das Gremium gefragt werden muss. Leider fanden alle Punkte unseres Antrags keine Mehrheit. Die Freie-Wähler-Fraktion und die Grünen-Fraktion sind maßgeblich für diese Ablehnung verantwortlich. Diese beiden Fraktionen müssen dann aber auch so ehrlich sein und den Bürgerinnen und Bürgern erklären, wie wir künftig die vielen Zukunftsaufgaben und Wünsche für unsere Stadt finanzieren sollen, wenn uns Firmen abwandern, weil sie nicht expandieren können und damit die Gewerbesteuereinnahmen sinken. Diese beiden Fraktionen müssen außerdem den Kindern in Filderstadt erklären, dass es mehr als fraglich ist, ob sie später mal in Filderstadt wohnen können. Denn entweder sind die verfügbaren Wohnungen viel zu teuer oder es sind einfach gar keine vorhanden.
Dabei geht es nicht darum, jeden Quadratmeter, der im Flächennutzungsplan ausgewiesen ist, zu versiegeln. Vielmehr sollten Potentiale bereitgestellt werden, um der Stadt Handlungsspielraum zu gewähren und sich nicht erpressbar zu machen. Diese Chance wurde leider vertan. Dem Entwurf des Flächennutzungsplans haben wir als FDP-Fraktion dann auch ohne unsere vorgeschlagenen Änderungen zugestimmt, da unsere Stadt einen entsprechenden Plan braucht, obgleich er nicht die Bedarfe deckt.

 

Text: Dennis Birnstock