Als am 14. November 1961 Walter Scheel (FDP) zum ersten Minister des neugegründeten Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ernannt wurde, begann zu gleich die Epoche der deutschen Entwicklungspolitik. Aufgabe und Ziel war und ist es bis heute, Lebensbedingungen in Ländern mit Entwicklungsstatus zu verbessern und Menschen eine Perspektive bieten zu können. Die Arbeit des hierfür eigens eingerichteten Ministeriums wurde dabei in den letzten Jahren maßgebend von Nichtregierungsorganisationen und Initiativen intensiviert und unterstützt. Gemeinsam konnte so ein beachtliches Netzwerk gebildet und vor Ort nachhaltig geholfen werden.

Eine dieser Initiativen ist das im Jahr 1993 ins Leben gerufene Fair Trade Siegel, welches zum damaligen Zeitpunkt noch als „TransFair“ bezeichnet wurde. Das Fair Trade Siegel vereint dabei Produkte aus aller Welt unter einem Dach; sei es Kaffee, Tee oder Kakao. Ziel des Siegels ist eine faire und lebenserhaltene Vergütung für die Produzentinnen und Produzenten vor Ort. Für Lucas Osterauer, Gemeinderatsmitglied und Teil des Steuerungskreises „Fair Trade Town“ in Filderstadt, ist der Kauf eines Fair Trade Produktes ein klares Zeichen für die wirtschaftliche Unterstützung sowie den globalen Umweltschutz. „Statt Entwicklungsländer als reine Rohstofflieferanten zu sehen, müssten wir sie als vollwertige Wirtschaftspartner begreifen. Das Fair Trade Siegel ist hierbei zwar nur ein kleiner, aber dennoch feiner und zielführender Ansatz“, so Lucas Osterauer.

Und wie dieser Ansatz tragen viele weitere Initiativen und Ideen dazu bei, Wohlstand und wirtschaftliche Stabilität in Entwicklungsländern aufzubauen und zu gewährleisten. Oder um es in den Worten Walter Scheels zu sagen: „Die beste Entwicklungspolitik ist die, die sich überflüssig macht.“

Autor des Textes: Lucas Osterauer